28.02.2018

Vollversammlung des Diözesanrates der Katholiken

Von Familie und Gremien

Familienseelsorge, Gremienwahlen im November und Klimapolitik: Ein Kontrastprogramm hat die Vollversammlung des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Hildesheim geprägt.

Welche Engagierten braucht es für welche Gremien? Und wie lassen sie sich finden? Darüber informiert Thomas Holzborn (AFB) die Mitglieder des Diözesanrats. | Foto: Wala
Welche Engagierten braucht es für welche Gremien? Und wie lassen sie sich finden? Darüber informiert Thomas Holzborn (AFB) die Mitglieder des Diözesanrats. | Foto: Wala

„Familie ist wichtig“ – das ist ein Satz, den alle in der Kirche engagierten sofort unterschrieben. Diesen auch: „Dafür muss man was tun.“ Die Frage bleibt: Was? Welche Akzente kann das Bistum in der Seelsorge für Familien setzen – gerade nach dem Lehrschreiben „Amoris Laetitia“ von Papst Franziskus.

Seelsorge für Familien wieder in der Fläche?

Bei seiner Vollversammlung hat der Diözesanrat diese Frage weitergereicht – an Annette Burchardt, Referentin unter anderem für Familie im Generalvikariat und Marita Splett-Nolte, als Referentin in der Arbeitsstelle für pastorale Fortbildung in Hildesheim auch für Ehe und Familie zuständig. Als Antwort auf die Frage haben sie fünf Thesen mitgebracht. Angefangen mit: „Die Lebens- und Glaubenssituation von Paaren und Familien werden wahr- und ernstgenommen.“ Die Zugänge zu Angeboten sollen niedrigschwellig sein, katholische Einrichtungen (darunter Kindergärten) stärker vernetzt werden und der Vielfalt von Familien wertschätzend begegnet werden. These fünf: Die Seelsorge für Ehe und Familie soll in der Fläche des Bistums wieder Bedeutung bekommen.
Eine eher ernüchternde Antwort, wie sich in der Diskussion der Ratsmitglieder herausstellt. Beschrieben werden eher Selbstverständlichkeiten. Antworten auf den demografischen Wandel, der schon lange klassische Familienstrukturen  auseinander reißt, würden fehlen. Aber der Diözesanrat übt Selbstkritik: Man müsse sich fragen, wann zuletzt in Pfarrgemeinderäten über die Lebenssituation von Familien vor Ort gesprochen wurde  – jenseits von Familienkreis und Familiengottesdienst. Wenn aber Familien als wichtig erachtet werden, müssten dieser Wertschätzung auch gemeinsame Anstrengungen folgen.

Ausreichend Kandidaten für die Wahlen?

Themenwechsel: die kommenden Gremienwahlen im November dieses Jahres. Darüber informiert Thomas Holzborn (Arbeitsstelle für pastorale Fortbildung) die Mitglieder des Diözesanrates. Weniger unter dem Aspekt, welche Gremienmodelle es künftig zu wählen gibt (die KiZ kommt darauf noch zurück). Sein Augenmerk liegt mehr auf dem wohl größten Problem der kommenden Wahlen: Wie finden sich ausreichend Kandidaten?

Holzborn rät, den Blick zu weiten – nicht nur auf Sitzungen und Wissen zu reduzieren. Neben denen, die planen und Ziele setzen, brauche es auch die, die Träume und Weitblick haben. Es brauche die Frauen und Männer, die Initiativen ergreifen können –und auch die, die für ein harmonisches Zusammenspiel sorgen. „Gerade letzteres darf man nicht unterschätzen.“, sagt Holzborn.   

Themenwechsel Nummer zwei: Der Diözesanrat will sein Engagement in Sachen Klimapolitik weiter fortsetzen. Zum einen durch die Mitgliedschaft in der Klima-Allianz Deutschland, der bereits mehrere Diözesen und katholische Verbände angehören. Die weit über 100 Mitgliedsorganisationen setzen sich für eine ambitionierte Klimapolitik und eine umfassende Energiewende ein.
Auch das neu gegründete „Netzwerk Gerechter Welthandel“, will der Diözesanrat durch seine Mitgliedschaft unterstützen. Es waren gerade Kirchengemeinden, die durch den Verkauf von fairen Waren die Bedeutung gerechter Handelsbeziehungen überhaupt in die gesellschaftliche Diskussion gebracht haben, begründet Diözesanratsvorsitzender Claus-Dieter Paschek den Beschluss: Dieses Engagement müsse  gestützt werden.  

Von Rüdiger Wala