19.11.2020

Ungewöhnliche Zeiten erfordern machmal auch ungewöhnliche Orte

Weihnachten in Stadion und Zirkuszelt

Weihnachtsgottesdienste an ungewöhnlichen Orten – ungewöhnliche Zeiten machen das möglich. Im Fußballstadion und im Zirkuszelt die Geburt Christi zu feiern sind zwei Möglichkeiten, die derzeit geplant werden.

HDI-Arena am Maschsee.

Normalerweise ertönen im Stadion von Hannover die Schlachtgesänge der Fußballfans. Heiligabend ab 16 Uhr könnte es allerdings besinnlich zugehen – bei Krippenspiel und „Stille Nacht“. Das plant jedenfalls die katholische Kirche in der Region Hannover.

Heinrich Plochg, Pfarrer von St. Joseph, hat seine guten Kontakte zum derzeitigen Zweitliga-Verein spielen lassen und mit seiner Anfrage sozusagen einen Schuss in den Winkel platziert: Die Verantwortlichen von Hannover 96 machen die (Eingangs-) Tore weit auf – und verzichten sogar auf die angebotene Miete. „Wir freuen uns, wenn wir zum Gelingen dieses besonderen Gottesdienstes am Weihnachtsfest beitragen können“, sagt Christian Katz, der für den Stadionbetrieb zuständig ist.

Platz bietet die HDI-Arena  am Maschsee unter Corona-Bedingungen für rund 2000 Menschen, die sich hier auf den Heiligen Abend einstimmen könnten. „Wir wollen nicht unter uns bleiben, sondern bieten den Gottesdienst für alle an, die in Gemeinschaft die Geburt Christi feiern wollen“, sagt Pfarrer Plochg. Allerdings planen er und sein Team unter Vorbehalt. „Denn natürlich kann der Gottesdienst nur stattfinden, wenn uns das Gesundheitsamt grünes Licht gibt und die Infektionslage es zulässt.“

Einen Drive-In-Gottesdienst feierte Pfarrer Hans-Günter
Sorge zusammen mit Gläubigen bereits Ostern auf dem
Schützenplatz in Hildesheim.

Unabhängig von Corona und Wetter ist Pfarrer Hans-Günter Sorge: Er will in Zeven einen sogenannten Drive-In-Gottesdienst (16.30 Uhr, auf den Platz am Veranstaltungszentrum passen rund 1000 Autos) anbieten und damit an die guten Erfahrungen in Hildesheim zu Himmelfahrt anknüpfen. Dabei setzt er auf die Zusammenarbeit mit dem Familienzirkus „Maximus“, der seine tatkräftige Unterstützung angekündigt hat.

Unter der Zirkuskuppel soll das Krippenspiel aufgeführt werden, eine Bläsergruppe ist angefragt – und die Zirkusfamilie wird eingebunden: Pfarrer Sorge wird vom „kleinen Trommler“ erzählen. Die Trapp-Familie machte in den 50er-Jahren das amerikanische Weihnachtslied „The Carol of the Drum“ von Katherine  Davis („pa rum pum pum“) bekannt. Als kleiner Trommler, der für das neu geborene Jesuskind nichts anderes zum Geschenk hat, wird der Sohn der Zirkusfamilie auftreten, seine Mutter wird auf dem Seil balancieren und der Vater als Feuerschlucker auftreten. Sorge: „Die Weihnachtsfeier unter dem Zirkuszelt gestalten wir als Wortgottesdienst. Wer möchte, kann anschließend in der Christkönig-Kirche die Eucharistie mitfeiern.“

Stefan Branahl